50 Unternehmer, fünf Vorträge, ein Jagdschloss – und die Erkenntnis, dass KI im Mittelstand längst keine Zukunftsmusik mehr ist. Hier ist unser Rückblick auf den 30. September 2026.
Manchmal braucht es nur den richtigen Ort und die richtigen Leute, damit aus einem Schlagwort ein konkretes Vorhaben wird. Am 30. September war das Jagdschloss Habichtswald in Tecklenburg genau dieser Ort: Rund 50 Unternehmer aus kleinen und mittleren Betrieben im Münsterland sind unserer Einladung zum 2. KI-Unternehmertag gefolgt. Sie kamen mit Fragen – und gingen mit Antworten, neuen Kontakten und einigen Hausaufgaben wieder nach Hause.
Warum wir den Unternehmertag machen
Der KI-Unternehmertag war bereits unser dritter Unternehmertag. Angefangen haben wir im September 2025 mit dem Thema IT-Sicherheit, im März 2026 folgte der erste KI-Unternehmertag – der innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war. Die Nachfrage hat uns gezeigt: Der Mittelstand will KI verstehen, nicht nur darüber lesen. Also haben wir das Thema ein zweites Mal aufgelegt, mit neuen Perspektiven und den gleichen Referenten.
Mitorganisator ist auch diesmal die Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt e.V. (WVS). Gemeinsam mit WVS-Geschäftsführer Heiner Hoffschröer hat unser Geschäftsführer Eyüp Öztürk den Tag eröffnet. Unser Anspruch ist derselbe wie bei jedem Unternehmertag: keine Produktshow, sondern ein Tag, an dem Unternehmer von Unternehmern, Wissenschaftlern und Praktikern lernen – verständlich, ehrlich und mit direktem Bezug zum eigenen Betrieb.
Fünf Perspektiven auf ein Thema
Grundlagen zuerst. Den Auftakt hat Eyüp Öztürk selbst übernommen. Unter dem Titel „Künstliche Intelligenz im Klartext“ hat er erklärt, was hinter den Begriffen steckt, wo KI im Betrieb heute schon echten Nutzen stiftet und was Unternehmen jetzt wissen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Ohne Fachchinesisch, dafür mit Beispielen aus dem Alltag unserer Kunden.
Führung in der Arbeitswelt von morgen. Prof. Dr. Ralf Plattfaut von der Universität Duisburg-Essen, Professor für Informationssysteme und Transformationsmanagement und Leiter des Process Innovation & Automation Lab, hat den Blick nach vorn gerichtet. Seine Thesen zur Führung von KI-Teams haben für viel Gesprächsstoff gesorgt: Wie führt man ein Team, in dem Mensch und Maschine Seite an Seite arbeiten? Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte, wenn Routineaufgaben automatisiert werden?
Praxis statt Theorie. Unsere Kollegen Fabio Klinge und Jesper Schoppmeier haben gezeigt, wie der Einstieg konkret aussieht. Die beiden führen Unternehmen aller Branchen durch den KI-Dschungel, begleiten die Einführung passender Werkzeuge und helfen dabei, Prozesse zu vereinfachen. An einem Kundenbeispiel wurde deutlich: Automatisierung muss kein Großprojekt sein – sie beginnt bei den täglichen Routinen.
Kreativität unplugged. Einen bewussten Gegenpol hat Joana Mertens gesetzt, Gründerin von Karakterkind aus Telgte, Graphic Recorderin und Kreativitätsexpertin. Ihr Thema: Wie erhalten wir menschliche Kreativität in Zeiten von KI und Digitalisierung? Ihr Rat, der hängen geblieben ist: „Do it yourself first“ – erst selbst denken, skizzieren und ausprobieren, dann die Maschine fragen.
Recht und Haftung. Zum Abschluss haben Max Wehmeier, Fachanwalt für IT-Recht, und Dr. Nicolas John von der Wirtschaftskanzlei ALPMANN FRÖHLICH den Rechtsrahmen abgesteckt: KI-Verordnung, Datenschutz, Urheberrecht, Kennzeichnungspflichten, Haftung. Auf viele Fragen aus dem Publikum hat Wehmeier mit einem Augenzwinkern und dem Juristenklassiker „Es kommt darauf an“ geantwortet – und dann sehr konkret erklärt, worauf genau es ankommt und welche Hausaufgaben Unternehmen jetzt erledigen sollten.
Abseits der Bühne
Ein Unternehmertag lebt nicht nur von Vorträgen. Die DMO GmbH hat ihr neues Datacenter Münster Osnabrück vorgestellt – ein regionales Rechenzentrum am Flughafen Münster/Osnabrück, das Unternehmen und Kommunen eine sichere Datenhaltung direkt vor der Haustür ermöglicht. Für viele unserer Kunden ein spannendes Thema, denn die Frage „Wo liegen eigentlich meine Daten?“ wird mit KI noch wichtiger.
Für einen spielerischen Moment hat die Agentur ve&K aus Essen gesorgt: An ihrer KI-Fotostation konnten sich die Teilnehmer ein eigenes KI-generiertes Bild zum Thema Nachhaltigkeit erstellen lassen. Ein kleiner Beweis dafür, wie greifbar die Technik inzwischen ist.
Fotografisch begleitet hat den Tag Yetunde Ayeni-Babaeko von YAB Photography – die Bilder in diesem Beitrag stammen von ihr.
Was wir mitnehmen
Drei Dinge sind uns an diesem Tag besonders klar geworden:
- KI ist eine Führungsaufgabe. Die Technik ist da, die Werkzeuge sind bezahlbar. Die eigentliche Frage ist, wie Unternehmen Verantwortung, Vertrauen und Kompetenzen in ihren Teams neu organisieren.
- Klein anfangen schlägt groß planen. Die erfolgreichsten Projekte starten bei einer konkreten Routine, nicht bei einer Strategie für das ganze Unternehmen.
- Der Mensch bleibt der Ausgangspunkt. Ob Kreativität oder Recht – am Ende entscheiden Menschen, was die KI tun darf und wofür sie gut ist. „Do it yourself first“ gilt auch hier.
Und ja: Es kommt oft darauf an. Aber wer die richtigen Fragen stellt, bekommt auch brauchbare Antworten.
Danke – und bis zum nächsten Mal
Unser Dank gilt allen Referenten, unserem Partner WVS, dem Team des Jagdschlosses Habichtswald, der DMO GmbH, ve&K und YAB Photography – und vor allem allen Teilnehmern für den offenen Austausch und die vielen guten Fragen.
Der nächste Unternehmertag ist bereits in Planung. Wer frühzeitig informiert werden möchte, kann sich bei uns melden. Und wer nicht bis dahin warten will, um KI im eigenen Betrieb anzupacken: Fabio Klinge und Jesper Schoppmeier freuen sich auf ein Gespräch – unverbindlich, auf Augenhöhe und im Klartext.